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Situation in SG 27 – eine Analyse und Kommentar von Nathaniel Meyers

Vor kurzem war es mir möglich, einen Vertreter des Volkes der Argrathi bei einem Vortrag an einer Hochschule auf dem Planeten Argratha zu hören. Dabei handelt es sich um einen im Gamma-Quadranten angesehenen Dekan des Staatsarchivs für historische Angelegenheiten der Argrathi. Dieses Volk ist von humanoider Art und relativ fortschrittlich. Anlässlich des Vortrages kamen dabei eklatante Unterschiede zur Berichterstattung durch die Trill-Union zum Vorschein. Zum Thema des Vortrages wählte der Historiker die aktuellen Ereignisse um den Konflikt in SG27 und die politischen Verwicklungen die zu diesem Konflikt führten. In einem kurzen Artikel möchte ich über den Inhalt des Vortrages informieren.

Zu Beginn referierte der Dekan dabei über den Versuch der friedlichen Kolonisierung eines Planeten durch den Planetenbund Komdris. Durch die Trill-Union ist laut der Darstellung des Dominion`s scheinbar massiven Druck auf die friedfertigen Siedler ausgeübt worden. Die Absicht des Planetenbundes sei grundsätzlich friedlicher Natur gewesen. Die kleine Expeditionsstreitmacht des Planetenbund Komdris wollte einen Handelsstützpunkt aufbauen zur näheren Studie der unbekannten Spezies und zum Zweck des Handels. Aus Sicht des Dominion`s wurde der Druck auf den Planetenbund nur aufgrund abgrundtiefen Hasses aufgebaut, weil die Trill-Union keine Fremden akzeptieren wolle. Zurückzuführen sei dies auf die Tatsache, dass die Gründer des Dominion die Weisheit von selbst erlangen, während die Mitglieder der Trill-Union hierfür einen Fremdkörper in sich aufnehmen müssten. Vielleicht läge es einfach nur an Missgunst und dem Neid auf das lange Leben der Gründer und ihrer Untergebener.

In der Folge, so der Historiker, kam es zur Besiedelung einer Welt im „Eastgate-System“ des Trill-Imperiums Dimor, durch den Planetenbund Komdris. Auf diese Besiedelung folgten Tage der Drohungen und Räumungsaufforderungen durch die Trill-Union. Hierbei muss angemerkt werden, dass der Dekan ebenfalls ansprach, dass der SG27 nicht den Trill alleine gehöre, noch dass es interstellare Regeln gebe, welche eine Besiedlung in einem bereits besiedelten System verbieten würde.

Als nächsten Schritt vereinigten die Trill eine gewaltige Kampfflotte, bestehend aus Schiffen mehrerer Trill-Imperien und einiger Menschen, um das friedlich besiedelte System des Dominion zu „befreien“. Dabei führte der Dekan aus, dass die Bevölkerung keinerlei Befreiung wünschte, schliesslich waren es alles loyale Bürger des Dominion. Durch diese vereinte Streitmacht wurde das System mit kriegerischer Gewalt erobert. Der Dekan stellte dabei fest, dass der erste Schuss durch die Imperien der Trill und der Menschen abgefeuert wurde und es sich dabei um einen kriegerischen Akt handelte.

Im gleichen Atemzug sei die kleine Flotte des Planetenbund Komdris, bestehend aus einem Kreuzer und zwei Scout-Schiffen durch die übermächtigen Flotten vernichtet worden. Der aufgebaute Handelsposten sei ebenfalls mit über 4000 Lebewesen an Bord vernichtet worden. Die unzähligen Opfer der Kampfhandlungen seien hierbei noch nicht mitgerechnet. Aufgrund dieser Ereignisse zog sich der Planetenbund Komdris vorübergehend zurück. Verständlicherweise, so der Dekan, sah man sich als einzelnes Imperium ja mehreren feindseligen Imperien gegenüber stehen. Die sogenannt friedliche Trill-Union habe es daraufhin nicht als notwendig erachtet, den durch den kriegerischen Akt ausgelösten Krieg mittels eines Friedensabkommens zu beenden.

Weil die Trill-Union diesen Krieg nicht beenden wollte, entschloss sich das Dominion, den Krieg wieder zurück an den Ursprungsort zu tragen. In das „Eastgate-System“. Dort eroberte das Dominion ihren Planeten zurück, welchen die friedliche Trill-Union zynischerweise in „Changeling`s Grave“ umbenannt hatte. Dies zeugt gemäss den Aussagen des Dekans für die absolut zynische Haltung der Trill gegenüber ihrem nach Außen vertretenen Verhalten.

Während des Schlussteils des Vortrages redete sich der Dekan über die dreiste Propaganda der Trill-Union in Rage. Er bezeichnete die einseitige Berichterstattung der Trill-Union als einen Skandal und die Selbstdarstellung der Trill als unschuldige Opfer wäre eine grosse Schande für das ganze Universum. Er wurde noch verächtlicher, als er daraufhin weiter sprach und sich über die Beteilung fremder Rassen aufregte, welche einerseits mit der Sache an sich nichts zu tun haben würden und andererseits so leichtgläubig auf die schamlose Propaganda reingefallen seien.

Mein Fazit zum gehörten Vortrag des Dekans ist schwierig wiederzugeben. Mann spürte die Wut über das Vorgehen der Trill-Union und man spürte auch, dass hier in vielen Dingen sicherlich nicht weit von der Wahrheit abgewichen wurde. Was mich daran stört, war die starke Differenz zur Darstellung des Geschehens durch das Trill-Imperium Dimor. Die Wahrheit liegt warscheinlich in der Mitte und die Trill-Union ist sicherlich nicht das grosse Opfer, als welches sie sich darstellt. Doch wo möchte man mit einer Trennung anfangen? Woher nimmt sich die Trill-Union das Recht ohne offizielle Kriegserklärung einen Planeten des Dominion einzunehmen? Ist eine Reaktion durch das Dominion nicht zu erwarten? Das Vorgehen des Dominion ist sicherlich auch nicht förderlich für eine friedliche Koexistenz der Völker. Doch irgendwo muss ein Schlussstrich gezogen werden. Das Eingreifen verschiedenster Imperien ist dabei sicherlich auch nicht hilfreich in diesem schon sehr komplizierten Problemlösungsprozess.

Letztendlich liegt es an den Vertretern der jeweiligen Fraktionen, dass sie sich aussprechen und einen brauchbaren Frieden finden können, welcher alle Beteiligten zufrieden stellt. Vielleicht sollte sich die Trill-Union überlegen, eine begrenzte, vertraglich geregelte Siedlung des Dominions als Handelsbasis zu erlauben und das Dominion könnte sich dafür revanchieren?

Nathaniel Meyers

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